motorradalpen.de
Start Streckensperrungen

Alpen

Streckensperrungen Alpen

6 gemeldete Sperrungen in den Alpen – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
B198 Lechtalstraße, B199 Tannheimer Straße, L21 Berwang-Namloser Straße, L72/L246 Hahntennjochstraße, L266 Bschlaber Straße (Bezirke Reutte und Imst)Motorräder mit einem Standgeräusch (Nahfeldpegel) über 95 dB(A) laut Zulassungsschein dürfen diese Tiroler Strecken nicht befahren. Das Land Tirol verordnet das Fahrverbot jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober; Ausnahmen für Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr gibt es nicht.15. April bis 31. Oktober
Silvretta-Hochalpenstraße, Vorarlberger Rampe Partenen – BielerhöheNach Felssturz und Murenabgängen 2024 und 2025 hat die Betreiberin illwerke vkw die Vorarlberger Seite komplett gesperrt. Gebaut wird in drei Saisonen von 2027 bis 2029, die Wiedereröffnung ist für Sommer 2030 vorgesehen. Die Tiroler Auffahrt ab Galtür bleibt befahrbar und ist während der Bauzeit mautfrei.bis voraussichtlich Sommer 2030
Großglockner Hochalpenstraße, Fusch – HeiligenblutDie Großglockner Hochalpenstraßen AG sperrt die Passstraße über den Winter wegen der Schneemengen. Befahrbar ist sie von Anfang Mai bis Anfang November, der genaue Termin hängt von der Räumung ab.Wintersperre Anfang November bis Anfang Mai
Timmelsjoch Hochalpenstraße, Sölden – St. Leonhard in PasseierDie Straße ist täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet, außerhalb dieser Zeit gilt ein amtlich verordnetes Nachtfahrverbot; die Schranke bleibt zu. Über den Winter wird der Pass ganz gesperrt, 2024 auf der Südtiroler Seite (SS44) am 18. November.20 bis 7 Uhr gesperrt, dazu Wintersperre
B11 Kesselbergstraße, Kochel am See – Urfeld (Bergauffahrt)Die Auffahrt zum Kesselberg ist für Motorräder täglich von 15 bis 22 Uhr gesperrt. Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Regelung nach einer zweijährigen Testphase dauerhaft angeordnet, weil sich der Großteil der schweren Unfälle in diesem Zeitfenster ereignete.1. April bis 31. Oktober, 15–22 Uhr
SS243 Grödner Joch, Wolkenstein – CorvaraAb 1. September 2026 läuft eine Pilotphase mit Durchfahrtsverbot für alle motorisierten Fahrzeuge; ausgenommen sind Anlieger, Übernachtungsgäste am Pass und Lieferanten. Über eine dauerhafte saisonale Regelung ab 2027 muss die Südtiroler Landesregierung noch entscheiden.Pilotphase ab 1. September 2026

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Sicherheit & Streckenzustand in den Alpen

Blick ins Tal bei Val d'Isère
Blick ins Tal bei Val d'Isère

Die Alpen sind kein einzelnes Revier, sondern ein Hochgebirge über sechs Länder hinweg – Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, das bayerische Deutschland und Slowenien. Wer hier auf zwei Rädern unterwegs ist, fährt nicht nur durch wechselnde Landschaften, sondern durch wechselndes Recht, wechselnde Maut-Systeme und wechselnde Wetterzonen. Ein Pass, der im Tal bei 25 Grad und Sonnenschein beginnt, kann auf der Scheitelhöhe Schneeregen, Nebel und einstellige Temperaturen bringen. In den höchsten Lagen ist das keine Ausnahme, sondern Normalität.

Pass-Saison und Wintersperre

Die großen Hochalpenpässe sind keine ganzjährig befahrbaren Straßen. Die typische Saison reicht von Mitte/Ende Juni bis Ende September, in milden Jahren bis in den Oktober. Das Stilfserjoch (2757 m) ist in der Regel zwischen Ende Mai und November geöffnet – die exakten Daten verschieben sich je nach Schneelage Jahr für Jahr. Das Timmelsjoch öffnet je nach Schneelage Ende Mai oder Anfang Juni und schließt Mitte Oktober; den Winter über bleibt es gesperrt. Die Großglockner-Hochalpenstraße öffnet je nach Witterung früh – 2025 bereits am 19. April – und ist bis Anfang November passierbar. In schneereichen Jahren wird ein Pass erst Wochen nach dem üblichen Termin freigegeben.

Schnee, Eis und Restwinter im Sommer

Auch im Hochsommer liegt an den höchsten Passübergängen Schnee – als meterhohe geräumte Schneemauern am Straßenrand, als Restfeld im Schatten und gelegentlich als überfrierende Nässe in den frühen Morgenstunden. Eine feuchte Kehre im Schatten einer Felswand kann bei Lufttemperaturen knapp über null gefährlich glatt sein, während 200 Höhenmeter tiefer längst die Sonne scheint. Wer früh am Morgen über einen 2500er fährt, rechnet besser mit kalten, klammen Belägen und fährt die ersten Kehren betont vorsichtig an, bis Reifen und Belag auf Temperatur sind.

Serpentinentechnik

Alpenpässe leben von engen Kehren – das Stilfserjoch allein zählt auf seiner Südtiroler Seite 48 Spitzkehren, die Tremola am Gotthard windet sich in 32 Kehren über altes Kopfsteinpflaster zur Passhöhe. Die saubere Linie in solchen Kehren: weit außen anfahren, spät einlenken, den Scheitelpunkt nach hinten verlegen und erst aufrichten, wenn der Blick die Ausfahrt frei hat. Gegenverkehr in engen Haarnadeln – vor allem Wohnmobile und Reisebusse, die zwangsläufig die Innenlinie schneiden – ist die häufigste Gefahrenquelle. Defensiv fahren heißt hier: nie blind in eine uneinsehbare Kehre ziehen.

Höhenkälte und Ausrüstung

Pro 1000 Höhenmeter sinkt die Lufttemperatur grob um sechs bis zehn Grad. Ein Tag, der im Tal mit 28 Grad beginnt, kann auf einer 2700er-Passhöhe mit Wind, Nebel und 5 Grad enden – gefühlt durch den Fahrtwind noch deutlich kälter. Wer ohne wärmende Zwischenschicht und ohne Regenausrüstung losfährt, friert nicht nur, sondern verliert auch Feingefühl und Konzentration. Ein dünner Midlayer, wind- und wasserdichte Handschuhe und ein Regenoverall gehören in den Alpen auch bei strahlendem Morgen ins Gepäck.

Tempolimits & Regeln pro Land

Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und Verkehrsregeln unterscheiden sich von Land zu Land – ein Überblick über die Standardwerte:

  • Österreich: innerorts 50, Freiland 100, Autobahn 130 km/h; Vignette plus Sondermaut (Großglockner, Timmelsjoch, Brenner); 0,5 ‰ Promillegrenze; Pannenhilfe ÖAMTC 120.
  • Schweiz: innerorts 50, außerorts 80, Autobahn 120 km/h; Vignette 40 CHF Pflicht; 0,5 ‰ Promillegrenze; Pannenhilfe TCS 140.
  • Italien: innerorts 50, Landstraße 90, Autobahn 130 km/h (bei Nässe weniger); Autobahn- Pedaggio; Abblendlicht tagsüber außerorts; 0,5 ‰ Promillegrenze; Pannenhilfe ACI 803 116.
  • Frankreich: innerorts 50, Landstraße 80, Autobahn 130 km/h (110 bei Nässe); Péage; Warnweste und Pannendreieck Pflicht; 0,5 ‰ Promillegrenze.
  • Deutschland (Bayern): innerorts 50, außerorts 100, Autobahn Richtgeschwindigkeit 130 km/h; keine Maut für Motorräder; 0,5 ‰ Promillegrenze.
  • Notruf überall 112.
Streckenlage

Standgeräusch und Streckensperrungen: das Lärmthema über alle Grenzen

Motorradlärm ist im gesamten Alpenraum ein politisches Dauerthema, und die Behörden greifen zu unterschiedlichen Instrumenten. Anknüpfungspunkt ist meist der im Fahrzeugschein eingetragene Standgeräuschwert: Er lässt sich am Kontrollpunkt in Minuten prüfen, ohne dass ein Messwagen im Verkehr mitfahren muss. Wer seinen eingetragenen Wert kennt, weiß vor der Abfahrt, ob ihn ein streckenbezogenes Verbot betrifft.

Stein- und Holzchalets in Val d'Isère
Stein- und Holzchalets in Val d'Isère

Das schärfste Instrument steht in Tirol: Seit Juni 2020 gilt dort ein Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch über 95 dB(A), betroffen sind unter anderem die B 198 Lechtalstraße, die B 199 Tannheimer Straße und die Hahntennjoch-Strecken (L 72 / L 246). Das Verbot läuft jeweils vom 15. April bis 31. Oktober und wurde bis in die Saison 2026 verlängert; eine Auswertung ergab am Hahntennjoch an Sommersonntagen eine Lärmreduktion um rund 50 Prozent. Auch im Tessin und in weiteren Regionen wird verstärkt auf laute Maschinen geachtet.

Daneben stehen weitere Werkzeuge, die sich in der Praxis mischen: Nachtfahrverbote auf einzelnen Mautstraßen, zeitweise Sperrungen bekannter Ausflugsstrecken an Sonn- und Feiertagen, wie sie im bayerischen Alpenvorland seit Jahrzehnten üblich sind, abgesenkte Tempolimits als Lärmschutzmaßnahme sowie verstärkte Kontrollen an den bekannten Passzufahrten. Kontrolliert wird dabei nicht nur der Lärm selbst, sondern auch die Papierlage: Für Zubehöranlagen müssen die Genehmigungsunterlagen mitgeführt werden, sonst droht die Untersagung der Weiterfahrt.

Der Mechanismus dahinter ist überall derselbe. Sperrungen entstehen aus Anwohnerbeschwerden, und jede weitere Sperrung wird mit denselben Argumenten begründet wie die vorherige. Praktisch heißt das: in Talorten früh hochschalten, Lastwechsel und Zwischengas vermeiden, eine Klappenanlage in bewohntem Gebiet geschlossen halten. Das ist keine Höflichkeitsgeste, sondern der einzige Hebel, den Fahrer selbst in der Hand haben.

Passt auch dazu

Motorradtouren

Strecken-Achsen, Bikertreffs & Tankstellen

Ansehen

Werkstatt

Werkstätten, Reifendienst & Notruf

Ansehen

Anreise

Beste Reisezeit, Wetter & Anfahrt

Ansehen

In der Nähe

Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk:

Motorrad Dolomiten Motorrad Tirol Motorrad Piemont Motorrad Großglockner