
Zwischen Himmel und Hölle – Hochalpen
Unsere Motorradgemeinschaft startet aufgeteilt in viele Grüppchen die „frühe“ Hochalpentour im Prinzip in Lörrach, damals noch bequem per Autozug
Alpen
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Unsere Motorradgemeinschaft startet aufgeteilt in viele Grüppchen die „frühe“ Hochalpentour im Prinzip in Lörrach, damals noch bequem per Autozug

Ich geb‘s ja zu, irgendwie war ich doch ganz schön skeptisch, als mir angeboten wurde, an einer Tour de Suisse mit einem e-Motorrad teilzunehmen. Die fünftägige Reise sollte durch die schönsten Regionen der Alpen mit den reizvollsten…

17 kleine historische Städte liegen wie Perlen auf einer 3.500 Kilometer langen Landstraßenstrecke, die kreuz und quer durch Österreich führen. Auf vier Etappen geht es von Steyr bis nach Hallein.

Auf 500 km on/off zwischen Pavia in der Poebene und Sanremo am Mittelmeer geht es mit Adventure-Bikes auf die Hardalpitour.

Diese Tour widmet sich den Seen Oberbayerns mit Abstechern in das Salzburger Land und nach Tirol. Der Start ist wahlweise in Saalbach oder am Chiemsee.

Schon früh im Mai startete unser erstes Lesertreffen im M&R-Hotel Sonnegg in Saalbach. Die Sonnenaufgangstour zum Großglockner ist dabei immer ein ganz besonderes Highlight.

Die hohen Alpenpässe sind keine ganzjährigen Straßen, sondern Sommerstrecken. Über den Winter liegen sie unter meterhohem Schnee, werden nicht geräumt und bleiben gesperrt — und je höher der Übergang, desto kürzer das Fenster, in dem er befahrbar ist. Als Faustregel öffnen die großen Hochpässe zwischen Ende Mai und Juni und bleiben bis in den Oktober, in milden Jahren bis in den November hinein offen. Ein fester Kalender ist das nicht: Die genauen Termine hängen an der Schneelage und verschieben sich Jahr für Jahr. Nach einem schneereichen Winter gibt der Betreiber einen Pass mitunter erst Wochen nach dem üblichen Termin frei, nach einem milden entsprechend früher.
Wer am Rand der Saison plant — im Frühsommer oder im späten Herbst —, prüft deshalb vor der Anfahrt den offiziellen Status jedes Passes, den er fahren will; die Passbetreiber und die Landes-Verkehrsdienste melden Öffnung und Sperrung tagesgenau. Selbst ein offener Pass trägt im Juni oft noch geräumte Schneemauern am Straßenrand, und in den frühen Morgenstunden kann eine schattige Kehre über 2000 Metern feucht und klamm sein, während im Tal längst die Sonne steht. Ein einzelner gesperrter Übergang reißt schnell die ganze Tagesplanung auf, weil die Umleitung über das nächste offene Tal Stunden kostet. Vor der Tour den Passstatus prüfen ist in den Alpen keine übertriebene Vorsicht, sondern Grundplanung.

Kaum eine Alpentour bleibt in einem einzigen Land, und die Abgabensysteme wechseln an jeder Grenze. Sie funktionieren grundverschieden, und wer sie verwechselt, riskiert ein Bußgeld. Der Überblick, welches System wo greift:
Frankreich handhabt seine Autobahnen wie Italien mit streckenabhängiger Maut (Péage) an Kassenstationen; die großen Alpenpässe der Route des Grandes Alpes sind frei. Die konkreten Beträge ändern sich von Saison zu Saison — die aktuellen Tarife stehen auf den Seiten der jeweiligen Betreiber und Straßenverwaltungen. Wichtig ist vor allem, das Prinzip nicht zu verwechseln: die Vignette im Voraus kleben oder buchen, wo sie gilt — und für die Sondermaut-Pässe genug Bargeld oder eine Karte parat haben.

In einzelnen Alpentälern ist Motorradlärm zum politischen Streitthema geworden, und mancherorts folgen daraus handfeste Fahrverbote für besonders laute Maschinen. Am bekanntesten ist Tirol: Dort dürfen Motorräder mit hohem Standgeräusch über mehrere Sommer hinweg bestimmte Strecken nicht befahren. Betroffen ist vor allem der Raum um Imst und das Außerfern — allen voran das viel befahrene Hahntennjoch, dazu Straßen im Lechtal und im Tannheimer Tal. Maßgeblich ist der im Fahrzeugschein eingetragene Standgeräusch-Wert: Wer ihn kennt, weiß, ob ihn das Verbot betrifft.
Auch südlich des Alpenhauptkamms, in Südtirol, wird der Lärm auf den Passstraßen schärfer kontrolliert, und über Einschränkungen für laute Motorräder wird dort ebenso diskutiert. Die genaue Geräuschgrenze, die betroffenen Straßen und der Zeitraum werden pro Saison festgelegt und von Jahr zu Jahr angepasst — deshalb gehört die aktuelle Regelung vor jeder Fahrt in die lärmsensiblen Täler geprüft. Unabhängig von jedem Verbot gilt: Wer in engen Wohn- und Almtälern zurückhaltend am Gas bleibt, hält dem Motorrad die Strecken offen, die andernorts längst gesperrt sind.
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